1974 entstand im Rahmen einer
Gebiets- und Verwaltungsreform aus dem ehemaligen Landkreis Saarbrücken
unter Einbeziehung der Landeshauptstadt der Stadtverband Saarbrücken. Er
wurde somit ein Verband benachbarter Städte und Gemeinden im Großraum
Saarbrücken zur Lösung von solchen Problemen, die eine übergreifende
Vorgehensweise erfordern. Aus einer erneuten Verwaltungsstrukturreform
ging 2008 der Regionalverband Saarbrücken mit modifizierter
Aufgabenstellung hervor.
Im Wesentlichen erfüllt der Regionalverband Saarbrücken heute die
Aufgaben eines Landkreises. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Jugend
und Soziales, für die der Regionalverband über 80 Prozent seines 335
Mio. Euro-Haushaltes aufwendet. 38.000 Schülerinnen und Schüler besuchen
die 75 allgemein bildenden und beruflichen Schulen; damit zählt der
Regionalverband Saarbrücken zu den größten kommunalen Schulträgern im
südwestdeutschen Raum.
Im facettenreichen Arbeitsfeld der Regionalentwicklung wird der
gemeindeübergreifende Ansatz des Regionalverbandes deutlich. Im neu
geschaffenen Kooperationsrat, in dem die verbandsangehörigen Kommunen
vertreten sind, sowie in der Regionalversammlung werden die Maßnahmen
politisch behandelt.
Als Planungsverband leistet der Regionalverband die Flächennutzungs- und
Landschaftsplanung für seine zehn Städte und Gemeinden. Seine
Tourismusförderung entwickelt touristische Infrastrukturen und
verknüpfende Wegenetze. Diese Angebote werden eng mit den touristischen
Dienstleistern des Landes (TZS) und der Region (KONTOUR) abgestimmt und
vermarktet. Besonderes Anliegen ist es auch, das kulturelle Erbe der
Region Saarbrücken zu bewahren und erlebbar zu machen.
Als Bestandteil eines engmaschigen Netzwerkes berät die
Wirtschaftsförderung Existenzgründer und junge Unternehmen. Darüber
hinaus steht sie als Mittler bei gewerblichen Flächen- und
Objektanfragen sowie bei Problemen mit der öffentlichen Hand zur
Verfügung. Der Regionalverband Saarbrücken ist aber selbst auch
„Wirtschaftsakteur“. Als Gesellschafter von Entwicklungs- und
Projektgesellschaften trägt er mit Verantwortung für zukunftsträchtige
und den Strukturwandel forcierende Unternehmungen in der Region.
Der Regionalverband sieht seine übergemeindlichen Arbeiten im
grenzübergreifenden Kontext. So pflegt der Verein „Zukunft Saar Moselle
Avenir“ seit Jahren Kooperationen zwischen 30 Kommunen dies- und
jenseits der deutsch-französischen Grenze. Diese Zusammenarbeit gewann
2010 eine neue Qualität.
Mit dem „Eurodistrikt Saar-Moselle“ entstand ein kommunaler
Zusammenschluss mit neuartiger Rechtspersönlichkeit und erweitertem
Handlungsspektrum. Insbesondere in Wirtschafts- und Tourismusfragen,
aber auch auf politischer und Verwaltungsebene, erfolgt so eine stärkere
Zusammenarbeit in der grenzübergreifenden Region.